Glossar
Acetylcholin
Einer der wichtigsten Neurotransmitter (=Botenstoff im Nervensystem), verantwortlich für die Übertragung von Information einer Nervenzelle über Kontaktstellen, die sogenannten Synapsen, auf die andere Nervenzelle.
Acetylcholin-Rezeptor
„Andockstellen“/Bindungsstellen in Zellmembranen für den Neurotransmitter (Botenstoff im Nervensystem) Acetylcholin, zu finden in verschiedenen Bereichen des Nervensystems.
Akut
Kurz andauernd, schnell zum Ausbruch kommend.
Altersabhängige Makuladegeneration (AMD)
Die Erkrankung "altersabhängige Makuladegeneration" (Degeneration = Abbau, Zurückbildung) tritt in der Regel erst mit zunehmendem Alter, jenseits des 60. Lebensjahrs auf. Bei der AMD wird die Netzhaut an der Stelle des schärfsten Sehens - der Makula - durch krankhafte Veränderungen zerstört. Häufigste Ursache der Altersblindheit. Die Ursache des Untergangs von
Sehnervenzellen im Bereich der Makula ist nicht sicher bekannt. Ein Erklärungsversuch für
die Erkrankung ist die Annahme, daß es sich um eine Folge von
Durchblutungsstörungen handelt (AMD Modell nach Friedmann).
ambulant
Behandlung des Patienten in Arztpraxen oder Kliniken ohne Aufnahme in die stationäre Behandlung (Bettenstation). Gegenteil: stationär.
Angiologie
Die Angiologie ist ein Teilgebiet der Inneren Medizin, das sich mit Gefäßerkrankungen beschäftigt. Angiologisch = die Angiologie betreffend.
Antikörper
Eiweiße, auch als „Immunglobuline“ bezeichnet, die von spezifischen Abwehrzellen gebildet werden (B-Zellen) und ausgeschüttet werden. Sie sind gegen Bestandteile fremdartiger Strukturen (Antigene) gerichtet und besitzen die Fähigkeit, diese zu binden. Antikörper werden in fünf Immunglobulin (Ig)-Subtypen unterteilt: IgA, IgD, IgE, IgG, IgM. Antikörper können je nach Subtyp gelöst frei im Blut (IgG und IgM) oder in anderen Körperflüssigkeiten (IgA im Speichel) oder auch gebunden an Zellen (IgE) vorliegen.
Arteriosklerose
Syn.: Arterienverkalkung; chronisch fortschreitende Degeneration der Arterien und deren Äste als Folge einer Verhärtung bzw. Verdickung der Gefäßwand durch Ein- und Anlagerung sog. Plaques. Einhergehend mit einem Verlust der Gefäßelastizität und einer Verengung der Arterie.
Arthritis
Syn.: Gelenkentzündung; äußert sich in schmerzenden und angeschwollenen Gelenken, die oftmals in ihrer Bewegungsfähigkeit eingeschränkt sind.
Auto-Antikörper
Antikörper, die gegen körpereigenes Gewebe, Zellen oder Substanzen gerichtet sind.
Autoimmunerkrankung
Erkrankung, bei der der Körper Abwehrstoffe (Antikörper) gegen eigenes Gewebe bildet.
Blutplasma
Der flüssige, zellfreie, im Gegensatz zum Blutserum fibrinogenhaltige Anteil des Blutes.
Chronisch
Sich langsam entwickelnd oder lang andauernd.
Chronisch entzündliche Darmerkrankungen (CED)
Hauptursache für chronisch entzündliche Darmerkrankungen ist eine krankhaft gesteigerte Aktivität des körpereigenen Abwehrsystems (Immunsystems) in der Darmschleimhaut. Die Erkrankung gliedert sich in zwei Formen, den Morbus Crohn und die Colitis ulcerosa.
Colitis ulcerosa
Chronische Entzündung des Dickdarms. Die Colitis ulcerosa tritt häufiger bei Frauen auf und wird zumeist zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr erstmalig diagnostiziert.
Dialyse
Physikalisches Verfahren, das vor allem bei akutem oder chronischem Nierenversagen Anwendung findet. Die Dialyse übernimmt die Entgiftungsfunktion der Nieren, d.h. die Eliminierung körpereigener Stoffwechselsubstanzen und zugeführter, körperfremder Stoffe.
extrakorporal
Außerhalb des Körpers liegend, außerhalb des Körpers erfolgend.
Fibrinogen
Eiweiß; Vorläufer des Fibrins. Durch eine spaltende (proteolytische) Wirkung von Thrombin entsteht aus Fibrinogen Fibrin, das für die Blutgerinnung notwendig ist.
Gastroenterologie
Teilgebiet der Inneren Medizin, das sich mit den Erkrankungen der Verdauungsorgane befasst.
Granulozyten
Gruppe der weißen Blutkörperchen (Leukozyten). Die Granulozyten sind in ihrem Durchmesser größer und kommen - mit 60 bis 75 Prozent aller weißen Blutzellen - häufiger vor als andere Gruppen der Leukozyten.
HNO
Abkürzung für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde.
Immunglobuline
Von Plasmazellen gebildete Eiweißstoffe, die als Antikörper bei der körpereigenen Abwehr dienen.
Immunologie
Lehre und Wissenschaft von den Abwehrmechanismen des Organismus gegenüber körperfremden Substanzen sowie von den verschiedenen Immunkrankheiten.
Immunsystem
Körpereigenes Abwehrsystem, das auf Substanzen reagiert, die als nicht zum Körper gehörend erkannt werden.
Indikation
Heilanzeige, d. h. das Anzeichen, das sich aus der Diagnose ergibt und zur Anwendung einer bestimmten ärztlichen Maßnahme führt; (gesetzlich anerkannter) Grund, einen Schwangerschaftsabbruch vorzunehmen.
Kardiovaskulär
bedeutet "das Herz und das Gefäßsystem betreffend".
Koronare Herzkrankheit
Die Koronare Herzkrankheit (KHK) Krone, auch: ischämische Herzkrankheit (IHK)) ist eine Erkrankung der Herzkranzgefäße.
LCAP
Leucozyt-Apherese.
Leberzirrhose
Sammelbegriff für die chronisch-fortschreitenden Lebererkrankungen, die mit einem bindegewebigen Umbau und daraus resultierenden Funktionsverlust des Lebergewebes verbunden sind. Die Leberzirrhose ist oft Folge exzessiven Alkoholkonsums oder Endstadium chronischer Leberentzündungen (Hepatitiden).
Leukozyten
Die weißen Blutkörperchen. Zu ihnen zählen die Granulozyten und die Lymphozyten, die beide unterschiedliche Funktionen in der körpereigenen Abwehr haben.
Lymphozyten
Von Stammzellen im Knochenmark abstammende und in Knochenmark, Lymphknoten, Thymus und Milz gebildete weiße Blutkörperchen. Man unterscheidet zwischen B- und T-Lymphozyten, die unterschiedliche Funktionen im Rahmen der Körperabwehr haben.
Mikrozirkulation
Prozess, der die Durchblutung in den kleinsten Gefäßen sowie den gesamten Stoffaustausch mit dem umgebenden Gewebe auf molekularer und zellulärer Ebene umfasst.
molekular
Die Moleküle betreffend.
Molekül
Teilchen, das aus zwei oder mehr miteinander verbundenen Atomen (verschiedener oder gleicher) Elemente besteht.
Morbus
Lateinisches Wort für Krankheit.
Morbus Crohn
Syn.: Crohn-Krankheit, Ileitis terminalis; chronisch-entzündliche Erkrankung des Darms, die sich im Gegensatz zur Colitis ulcerosa über alle Schichten der Darmwand erstreckt und vor allem im unteren Bereich des Dünndarms (Ileum) und im Dickdarm auftritt.
Multiple Sklerose
Syn.: MS; chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems (ZNS), die herdfömig die Umhüllungen der Nervenfasern (Markscheiden) angreift und bevorzugt Personen zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr betrifft. In der Folge kommt es zu neurologischen Ausfällen (bspw. Sehstörungen und Lähmungserscheinungen), die alle Teile des Nervensystems infolge der gestörten Reizweiterleitung befallen können.
Myelin
Fett- und eiweißhaltige Substanz, Grundlage für Myelin-Scheide.
Myelinscheide
Aus Myelin bestehende Struktur, die die Nervenfasern umhüllt, dient zur Ernährung und zum Schutz der Nervenfaser. Isolation und damit Beschleunigung der Erregungsleitung.
Natalizumab
ist ein Arzneistoff, der zur Behandlung besonders aggressiver Formen der schubförmig verlaufenden Multiplen Sklerose (MS) eingesetzt wird. Natalizumab ist ein monoklonaler Antikörper.
opthalmologisch
Die Augenheilkunde (Ophthalmologie) betreffend.
Periphere arterielle Verschlusskrankheit
Bei der arteriellen Verschlusskrankheit (AVK) oder peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (paVK), umgangssprachlich auch „Schaufensterkrankheit“ handelt es sich um eine Störung der arteriellen Durchblutung der Extremitäten.
Phytansäure
Fettsäure, die vom Menschen ausschließlich über die Nahrung (u.a. aus Milch und Fett von Kühen oder Schafen) aufgenommen wird. Aus grünem Pflanzenfarbstoff, dem Chlorophyll, kommend.
Plasmaprotein
Große Eiweißmoleküle im Blutplasma, die für den Transport schwer löslicher Stoffe, für Abwehrreaktionen oder die Blutgerinnung zuständig sind.
Plasmatherapie
Therapieverfahren, bei dem das Blut in Blutflüssigkeit und Zellen getrennt wird etc.
Progredient
bedeutet "fortschreitend". Eine progrediente Erkrankung zeigt einen zunehmend schweren Verlauf.
Progressive multifokale Leukenzephalopathie, PML
Die progressive multifokale Leukenzephalopathie (PML) ist eine Erkrankung des Zentralen Nervensystems, die durch das zur Gattung der Polyomaviren gehörende JC-Virus verursacht wird. Der Name des Virus leitet sich von den Initialen des Patienten ab, bei dem es erstmals isoliert wurde. Die Erkrankung kommt fast ausschließlich bei schwer abwehrgeschwächten Personen vor. Es handelt sich um eine akute, progrediente Krankheit, bei der zahlreiche funktionelle Veränderungen des Nervensystems, beispielsweise motorische und kognitive Störungen, auftreten können.
Protein
Eiweißkörper, die in tierischen und pflanzlichen Zellen vorkommen und dort wichtige Funktionen erfüllen, etwa beim Sauerstofftransport helfen.
rheumatoid
rheumaähnlich.
Refsum
Professor Dr. Sigvald Refsum, norwegischer Nervenarzt (1907-1991).
Stoffwechsel
Syn.: Metabolismus; die Gesamtheit aller biochemischen Reaktionen des Körpers, die der Aufnahme, Verarbeitung, Umwandlung und Ausscheidung von Stoffen dienen. Dazu zählen neben der Einatmung von Luft auch Nahrungsaufnahme, -verbrennung und -ausscheidung.
Therapie
Behandlungsmethode zur Heilung einer Krankheit.
Therapeutische Apherese
Entfernung krankmachender Substanzen aus Blut oder Blutplasma, wird in Plasmatherapie und Vollblutverfahren unterteilt.
Viruslast
Die Menge eines im Blut gefundenen Virus (Viruskonzentration), ursprünglich bezeichnet als Belastung der körpereigenen Abwehrzellen durch infektiöse Viren.
Vollblutverfahren
Therapieverfahren, bei denen das Blut nicht in Blutzellen und Plasma aufgetrennt wird. Hierbei wird das komplette Blut über einen Filter geleitet, um krankmachende Substanzen oder bestimmte Blutzellen zu entfernen
Zelle
Kleinste Einheit eines jeden Organismus. Die Zelle ist ein sich selbst regulierendes System in einem übergeordneten System (Pflanze, Tier, Mensch). Sie besitzt die Fähigkeit der Vervielfältigung (Zellteilung), setzt sich aus Zellkern und Zellleib (Zytoplasma) mit verschiedenen Zellbestandteilen zusammen und wird von der Zellwand (Zellmembran) begrenzt.
Zerebrovaskulär
bedeutet "die Blutgefäße des Gehirns betreffend", im weiteren Sinn auch: "die Hirndurchblutung betreffend".
ZNS
Zentrales Nervensystem, das sich aus Gehirn, Rückenmark und Sehnerven zusammensetzt. Hier findet die zentrale Reizverarbeitung und Koordination von eingehenden Reizen statt.
© Diamed Medizintechnik GmbH,
September 2010


