Immunadsorption (Immunapherese)- Autoantikörper gezielt entfernen
Für Patienten, die an schweren Formen von Autoimmunerkrankungen unter Beteiligung von Antikörpern leiden und bei denen herkömmliche Therapien nicht mehr wirken, hat sich die Immunadsorption als wirksames Therapieverfahren bewährt. Hierzu zählen folgende Krankheitsbilder:
- Systemischer Lupus erythematodes (SLE)
- Myasthenie (Myasthenia gravis)
- Guillian-Barré-Syndrom (GBS) und CIDP
- Pemphigus
- Multiple Sklerose
- Rheumatoide Arthritis
Die Immunadsorption, auch Immunapherese genannt, ist ein etabliertes Verfahren, bei dem das Blut außerhalb des Körpers gereinigt wird. Ähnlich der Blutspende wird das Blut langsam und kontinuierlich einer Armvene entnommen. Hierzu wird das Blut zunächst in Blutzellen und Blutflüssigkeit (Plasma) getrennt. Das Plasma wird nach der Trennung von den Blutzellen mit Hilfe eines Adsorbers (Tryptophan-Adsorber Immusorba® TR-350) „gereinigt“.
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Prinzip der Immunadsorption. |
Dort werden die Antikörper und andere Komplexe des Abwehrsystems gezielt zurückgehalten (adsorbiert). Das so gereinigte Blut wird anschließend über eine weitere Vene dem Patienten zurückgegeben. Die Immunadsorption ist eine Behandlungsalternative- und ergänzung zu herkömmlichen Therapien spezieller Autoimmunerkrankungen. Die Behandlung dauert in der Regel zwei bis drei Stunden. Die Behandlungshäufigkeit richtet sich nach der jeweiligen Erkrankung und nach dem Schweregrad.
| Bei der Immunadsorption werden die Antikörper und Immunkomplexe aus dem Plasma gezielt an mikroskopisch kleine Kugeln mit einer speziellen Oberflächenstruktur gebunden. | ![]() |
Haben Sie Fragen zur Immunadsorption? Sprechen Sie uns an! info@diamed.de
Autoimmunerkrankungen
Das Abwehrsystem des Menschen, das sogenannte Immunsystem, hat die Funktion, den Organismus vor äußeren Einflüssen wie Viren, Bakterien oder Fremdstoffen zu schützen. Der Begriff Autoimmunerkrankung umfasst Krankheiten, bei denen das Immunsystem überreagiert und dadurch sogar körpereigenes Gewebe als Fremdkörper behandelt und angreift.
Mit Hilfe von Antikörpern und anderen Abwehrzellen, die das Immunsystem bereitstellt, werden je nach Art der Erkrankung verschiedene Regionen des Körpers fälschlicherweise bekämpft. Diese Art von Antikörpern nennt man auch Auto-Antikörper. Zu den Autoimmunerkrankungen, die mittels Immunadsorption behandelt werden, zählen unter anderem:
Myasthenia gravis (schwere Muskelschwäche)
Bei der Myasthenie richten sich Auto-Antikörper gegen Acetylcholin-Rezeptoren , die sich in einer Vielzahl von Muskelgeweben befinden und blockieren so die Reizübertragung der Nerven auf die betroffenen Muskelgruppen. Dadurch können die Muskeln nicht mehr erregt und sozusagen vom Gehirn „angesteuert“ werden. Es kommt zu Lähmungserscheinungen.
Guillian-Barré-Syndrom (GBS)
Das Guillian-Barré-Syndrom ist eine Erkrankung der Nerven. Die genaue Ursache ist noch nicht vollständig geklärt. Vermutlich spielen Auto-Antikörper eine Rolle, die sich gegen die Isolierschicht ( Myelinscheide ) der Nerven richten, welche außerhalb des Gehirns und des Rückenmarks liegen (periphere Nerven). Daher kommt es zu aufsteigenden Gefühlsstörungen (oft beginnen die Symptome in den Beinen) und Lähmungserscheinungen von Armen und Beinen.
CIDP (chronisch inflammatorische demyelinisierende Polyradikuloneuropathie)
Die CIDP wird auch als die chronische Form des Guillian-Barré-Syndroms bezeichnet.
Pemphigus - Erkrankungen
Beim Pemphigus vulgaris z.B. richten sich Auto-Antikörper gegen Bestandteile der Haut und der Schleimhäute, wodurch es zu Blasenbildungen kommt. Die Erkrankung wird daher auch als Blasensucht bezeichnet.
Systemischer Lupus erythematodes (SLE)
SLE ist eine spezielle Form der Erkrankung Lupus erythematodes und zählt zu den chronisch-entzündlichen Bindegewebserkrankungen. Beinahe jedes Organ kann im Laufe der Erkrankung betroffen sein. Die Symptome können daher sehr vielfältig sein.
Multiple Sklerose
Die Multiple Sklerose ist eine Erkrankung der Nerven, die individuell sehr unterschiedlich verlaufen kann. Oft ist sie durch einen schubartigen Verlauf gekennzeichnet, kann aber auch chronisch fortschreiten. Sie betrifft das zentrale Nervensystem (ZNS) und wird vermutlich durch den Angriff von Auto-Antikörpern und körpereigenen Abwehrzellen auf die Isolierschicht der Nerven (Myelinscheide) verursacht. Diese Beeinträchtigung der Nervenhüllen führt dann zu unterschiedlichen Symptomen, je nachdem welcher Bereich im Gehirn betroffen ist. Hinsichtlich der genauen Ursachen für die Schädigungen im ZNS werden verschiedene Subtypen der Erkrankung unterschieden.
Rheumatoide Arthritis
Rheumatoide Arthritis ist eine chronische Erkrankung der Gelenke entzündlicher Natur, vor allem der Hand - und Fußgelenke. Es kommt zu Gelenkschwellungen und -schmerzen bis hin zu einem Knorpel- und Knochen-Abbau an den betroffenen Gelenken. Frauen erkranken etwa zwei- bis dreimal häufiger als Männer und am häufigsten zwischen dem 35. und 45. Lebensjahr.
Wir empfehlen Ihnen grundsätzlich, Rücksprache mit Ihrem behandelnden Arzt zu halten.
Zum besseren Verständnis von weiteren Fachbegriffen besuchen Sie gerne auch unser Glossar.
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© DIAMED Medizintechnik GmbH,
Februar 2012




